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Buchtipp der Woche: Andreas Izquierdo – Niemals geht man so ganz

Gestorben wird immer

Glücksburg an der Ostsee. In einer hellen Sommernacht stürzt sich Anna Schmidt vom Steg ins Meer – Trauerredner Mads Madsen kann sie nicht retten. Kurz darauf steht ihre neunjährige Tochter Tilly vor ihm. Ihre Mutter hat ihr eine letzte Botschaft hinterlassen. Nur weiß niemand, wie sie lautet. Mads verspricht, es herauszufinden, schließlich ist er der Mann der letzten Worte. Doch je tiefer er in Annas Vergangenheit eindringt, desto mehr Ungereimtheiten entdeckt er. Bald wird klar: Anna Schmidt ist einer gefährlichen Wahrheit zu nahe gekommen. Mads lässt Tilly nicht allein, und er begreift: Sie stecken beide in einem Spiel, dessen Regeln sie nicht kennen – und dessen Einsatz immer höher wird.
Hauptkommissarin Mills, die sonst vor keinem Konflikt zurückschreckt, kann ihm nicht helfen. Die Akte ist gesperrt, der Fall wird ihr entzogen. Unterstützt von seinem exzentrischen Vater und seinem besten Freund, einem passionierten Bestatter, sucht Mads weiter nach der Wahrheit und nach der Botschaft, die Anna ihrer Tochter hinterlassen hat. Denn sie ist der Schlüssel zu allem.

Band 1: Über die Toten nur Gutes
Band 2: Niemals geht man so ganz

Buchtipp der Woche: Renate Klockenhoff – Berührung

Der Roman „Berührung“ zeigt zwei weibliche Hauptfiguren verschiedener Generationen, die aufeinander zugehen. Während die 1900 geborene und zu Beginn des Romans fünfjährige Katharina durch Schulzeit, zwei Weltkriege und Heirat älter wird, bewegt sich Hanna schrittweise in ihre Vergangenheit.
Katharina stammt aus einer armen Weberfamilie, die im Rheinland und in der Eifel nach Arbeit suchend umherzieht und nach dem ersten Weltkrieg, als junge Frau ins Ruhrgebiet kommt. Hanna, eine Frau Mitte 40, beginnt im Jahr 2000 ihr Leben zu reflektierten, als sie nach einer gescheiterten Beziehung mit ihrem Sohn ins Ruhrgebiet zieht, um sich dort eine neue persönliche und berufliche Perspektive aufzubauen.
Die Grenzen, die Katharina aufgrund ihrer sozialen Herkunft immer wieder aufgezeigt werden, kommentiert sie überwiegend durch Schweigen. In ihrer Kindheit und Jugend ist sie innerlich geprägt von Hoffnung, später von Angst und Misstrauen, aber gleichzeitig von dem Wunsch nach Liebe und Geborgenheit.
Auch Hanna geht in ihrer Kindheit und Jugend überwiegend schweigsam mit ihren Erfahrungen um. Sie erlebt Ausgrenzungen, für sie nicht sichtbare soziale Schranken und familiäre Konflikte, die das Leben beschwerlich machen. Das Studium zeigt ihr neue Denkmöglichkeiten auf, die ihrem Leben Richtung und später Stabilität verleihen.
Beide Figuren, obwohl zu Beginn über fast hundert Jahre getrennt, berühren sich über die Grenzen der Zeit hinweg.

Renate Klockenhoff ist 1955 im Ruhrgebiet geboren. Nach einem Studium der Fächer Deutsch und Geschichte in Münster war sie für einen Wohlfahrtsverband in Hamm (Westfalen) tätig und anschließend in einem Berufskolleg in Lippstadt besonders für Jugendliche ohne Schulabschluss zuständig. Renate Klockenhoff lebt und arbeitet in Hamm, „Berührung“ ist ihr erster Roman.

Buchtipp der Woche: Grabsteingeflüster – Arne Kilian

Beschreibung

Leah Meißner erbt von ihrem Opa einen Steinmetzbetrieb für Grabsteine. Trotz des leeren Geschäftskontos hofft sie am Rande des idyllischen Moseltals auf einen Neuanfang. Doch dann findet sie nach einer Gewitternacht eine Leiche – und das hinterm Haus nahe der Mörder-Eiche! Zusammen mit Glückskatze Merle sowie Inge, ihrer rüstigen Nachbarin, beginnt sie schnurstracks zu ermitteln. Dabei hilft ihnen Jack, ein charismatischer Lebenskünstler. Doch verfolgt er womöglich eigene Pläne?

Arne Kilian

Schon als Grundschüler galt Arne Kilian als verträumt. Diese Eigenschaft hat er beibehalten und liebt es nun, in seinen Romanwelten abzutauchen. Er ist gelernter Verlagskaufmann und war während seines Studiums der Germanistik und Philosophie freiberuflich als Korrektor tätig. Inzwischen lebt er mit seiner Familie sowie mehreren Katzen in einer idyllischen Kleinstadt am Rand des Ruhrgebiets und arbeitet dort als Lehrer. In der Natur tankt er beim Wandern kreative Energie. Sein Werk umfasst zahlreiche Kurzgeschichten und Romane aus verschiedenen Genres.

Buchtipp der Woche: Justus Bender – Deutschland 2033

Wenn die Rechtspopulisten das Land regieren – Justus Benders aufrüttelndes Szenario

Deutschland 2033: Einhundert Jahre nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten steht Deutschland vor einer Bundestagswahl – und die AfD geht als Siegerin hervor. Die Brandmauer hält nicht: In der Hoffnung, die AfD in der Regierung zu entzaubern, gibt die Union nach. Doch das Kalkül scheitert. Die Rechtspopulisten demontieren Schritt für Schritt den liberalen Verfassungsstaat. In nur einem Jahr wächst ein autoritäres Regime heran, das Menschenrechte und Demokratie verachtet.

Der Zusammenbruch kommt leiser, als viele dachten: ohne revolutionäre Gewalt, ohne fanatisierte Massen – nur durch Verwaltung, Paragrafen und eine politisierte Justiz. Die Republik stirbt, aber es ist still im Land. Die Menschen sind müde und ratlos, Widerspruch verhallt. Sie hätten früher handeln müssen. Nun ist es zu spät. Justus Bender erzählt von einem Untergang ohne Spektakel – gerade das macht seine Vision so realistisch.



Das Buch spielt in der Zukunft, handelt aber in Wahrheit von einer Gegenwart, in der es noch Hoffnung gibt: Es erklärt im Detail, welche Politik und Kommunikation heute nötig sind, um das Scheitern von morgen zu verhindern.

Rezension

„Das Szenario aus der Feder des Journalisten Justus Bender wirkt erschreckend real … Das Erscheinungsdatum hätten Verlag und Autor also kaum besser wählen können … In dieser Kombination von Theorie und Praxis liegt der große Mehrwert dieses Buches.“

süddeutsche.de, Tim Frehler

Buchtipp der Woche: Karsten Dusse – Filmriss auf Immenhof

Trippel. Trappel. Tot.

Die Kriminalpsychologin Sophia, geschieden, zweifache Teenager-Mutter und gerade wieder frisch getrennt, schenkt sich zum 45. Geburtstag ein Wochenende auf dem Immenhof. Das zum Hotel umgebaute Landgut ist für sie der Inbegriff von heiler Welt und Geborgenheit ihrer Kindheitsfilme. Nach einer Retro-Party mit Pony-Romantik und Wodka Red Bull wacht sie am nächsten Morgen allerdings mit einem Filmriss neben der abgetrennten Hand ihres Ex-Freundes auf. Sie hat keine Ahnung, wer dafür verantwortlich ist – weiß aber, dass sie am Tag vorher noch den perfekten Plan hatte, ihren Ex ohne Spuren zu ermorden. Zwischen Kindheitsidyll und schlechtem Gewissen rekonstruiert sie die Nacht – und findet dabei überraschend zu sich selbst zurück.

Filmriss auf Immenhof

Buchtipp der Woche: Mörderdämmerung. Mord am Hellweg XII

Der Tod spielt die erste Geige – 19 Mordstücke, die unter die Haut gehen

»Mord am Hellweg« macht das Dutzend voll! Zum zwölften Mal lässt Europas größtes internationales Krimifestival nur die Besten der deutschsprachigen Kriminalliteratur meucheln und morden – und liefert gleich seinen eigenen Soundtrack mit. Denn im neuen Band dreht sich alles um das Thema Musik. Von Klassik bis Dark Metal bespielen die Autorinnen und Autoren die gesamte Klaviatur des Spannungsgenres.

Diese Anthologie versammelt 19 Kurzkrimis, die das perfekte Zusammenspiel von Mord und Musik zelebrieren – mal düster und bedrohlich wie ein Requiem, mal temporeich wie ein Rocksong.

Mit dabei sind: Alex Beer, Chris Dominik, Peter Grandl, Daniel Holbe, Bianca Iosivoni, Michael Kobr, Anne-M. Keßel, Karen Kliewe, Juliane Liebert, Cleo Konrad, Sunil Mann, Ivar Leon Menger, Leo Reisinger, Florian Schwiecker, Bernd Stelter, Annika Strauss, Karina Urbach, Chris Warnat, Antonia Wesseling.