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Buchtipp der Woche: Artur Becker- Ein roter Ziegelstein für Izabella

Zwei Jungen unterwegs in geheimer Mission: Es ist Sommer in Polen, und
endlich, endlich werden sie der Liebe ihres Lebens begegnen. Das raunen
ihnen die Wellen des mythenumwobenen Badesees zu, zu dem sie sich im
Autobus aus dem öden masurischen Provinzstädtchen aufmachen, in diesem
Juli 1983. Die richtige, große Zeit also, um sich auch als Rebellen zu fühlen,
die dem Sozialismus ein Schnippchen schlagen. Verstärkung dafür gibt’s von
Pink Floyd und Genesis, John Coltrane, der Punkrockerin Kora
von Manaam, und ihrem größten Helden, dem frühverstorbenen Dichtervagabunden Ed
Stachura. Doch woher die Angebetete nehmen, wenn die Welt am Strandbad
Morena nur aus Anglern, westdeutschen Touris auf großer Ostlandsafari und
leeren Bierflaschen besteht? Aber selbst im Sozialismus werden stille Gebete
erhört, und auf einmal fallt wie von Zauberhand ein Mädchen vom Himmel
… und Konrad fast in Ohnmacht.
Jetzt muß er schleunigst mit seiner Musikkassettensammlung punkten und
seinen vielen Büchern, von seinen Lieblingsfilmen erzählen, von seinem
Schreiben … oder vielleicht einfach nur zuhören. Und je mehr er der wunderschönen
Izabella lauscht, desto mehr ist es um ihn geschehen … wird er sie,
das Großstadtmädchen, jemals wiedersehen?
So nimmt ein kurzer Sommer der Anarchie seinen Lauf: Denn das sich auch
noch seine Eltern in den Westen vertschüssen und ohne ihn aus dem sozialistischen
Staub machen, macht Konrads ganze Welt zur sturmfreien Bude.
Nacht um Nacht schreibt er Liebesgedichte, die auf Weltreise in den Plattenbau
nach Poznań gehen, um sein schlaues Mädchen endlich verliebt zu
machen, ein roter Ziegelstein landet in der Post, und irgendwann macht sich
Konrad selbst auf zur großen Fahrt durch die langsam untergehende Volksrepublik,
beseelt von seiner Liebe.
Artur Beckers »Ein roter Ziegelstein für Izabella« ist ein hinreißend komischer
romantischer Retroroman einer ersten Liebe, der sich punkig & scheinbar
obercool gibt – und dabei unglaublich schüchtern und zart bleibt. Zugleich
ist er ein Eintauchen in die aufregenden Achtziger, als der Freiheitsdrang von
Polen aus ganz Europa auf den Kopf stellt.

Buchtipp der Woche: Achim Albrecht – Die Schutzengel

Wir erinnern uns an „Der Engelmacher“

In diesem düsteren Thriller geht es um den alternden Auftragsmörder Viktor, der im Verborgenen präzise Tötungsdelikte ausführt, während er gleichzeitig seine traumatisierte Kindheitsfreundin Hedwig beschützt und schließlich von seiner eigenen Vergangenheit in Gestalt seiner verloren geglaubten Tochter Leandra eingeholt wird; die fünf wichtigsten Hauptthemen sind professionelles Auftragsmorden, Rache und Vergeltung, tief sitzende Kindheitstraumata aus der Kriegszeit, die obsessive Suche nach familiärer Identität und die moralische Grauzone zwischen Schutz- und Todesengeln.

In der Fortsetzung geht es um

„Die Schutzengel“

Zwei gebrechliche Senioren und eine kampfsporterprobte Tochter – die gefährlichste Spezialeinheit, die niemand auf dem Schirm hat.

Viktor, dement und eigensinnig, klammert sich an seinen Silberknauf-Gehstock wie an die letzten klaren Gedanken. Hedwig, stumm seit einem Kindheitstrauma, kommuniziert über Karteikarten und ein Schachspiel mit Kaninchenfiguren. Gemeinsam mit Leandra, Hackerin und Nahkampfexpertin, bilden sie die Schutzengel – ein Trio, das dort eingreift, wo der Rechtsstaat an seine Grenzen stößt.

Ihre Jagd führt von einer deutschen Kleinstadt über Transsylvanien und Malta bis in den panamaischen Regenwald. Sie zerschlagen Pädophilenringe, entlarven Betrügernetzwerke und sprengen einen illegalen Organhandelsring auf hoher See. Ihre Waffen: vergiftete Kirschlutscher, manipulierte GPS-Signale und eine Kaltblütigkeit, die hinter Gebrechlichkeit und Häkeldeckchen lauert.

Zwischen poetischen Haikus auf Servietten und eiskalten Vergeltungsschlägen erzählt dieser Roman von Kriegstraumata, die nie verheilten, von einer Liebe, die Jahrzehnte überdauert, und von der Frage, ob wahre Gerechtigkeit jenseits des Gesetzes existiert.

Ein literarischer Thriller für Leserinnen und Leser, die unkonventionelle Helden, moralische Grauzonen und atemlose Spannung mit emotionaler Tiefe suchen.

Ein moderner Thriller mit zeitlosen Fragen

„Die Schutzengel“ ist mehr als nur ein spannender Kriminalroman. Es ist ein moralisches Gedankenspiel, das uns zwingt, unsere eigenen Werte zu hinterfragen.

  • Darf Selbstjustiz moralisch gerechtfertigt sein, wenn sie das Leben von Unschuldigen rettet?
  • Wie viel persönliche Opferbereitschaft verlangt der Kampf gegen das organisierte Verbrechen?
  • Kann man im Verborgenen töten, ohne selbst die eigene Menschlichkeit zu verlieren?

Diese Fragen ziehen sich wie ein roter Faden durch die verschiedenen Schauplätze des Buches, die uns von gemütlichen deutschen Kleinstadtcafés über die düsteren Wälder Transsylvaniens bis hin in den tiefen Regenwald von Panama führen. Es ist eine Reise, die zeigt, dass das Böse global agiert – die Gerechtigkeit aber auch.

Ich lade euch ein, diese Reise gemeinsam mit Viktor, Hedwig und Leandra anzutreten. Lasst euch auf ein Abenteuer ein, das zeigt, dass Hoffnung oft dort entsteht, wo man sie am wenigsten erwartet: im Schatten derer, die uns beschützen.

Achim Albrecht

Man muss nicht unbedingt „Der Engelmacher“ gelesen haben. In kurzen Rückblenden berichtet Achim Albrecht über die drei Protagonisten.

Viktor und Hedwig wirken wie zwei harmlose Senioren, die jeden Dienstag im Katzencafé ihren Bienenstich genießen. Doch hinter der Fassade des Alters verbirgt sich ein hocheffizientes Trio: Zusammen mit Viktors Tochter Leandra spüren sie Verbrecher auf, die sich durch Macht, Geld oder Diplomatie der Justiz entzogen haben. Mit handgefertigten Gift-Kirschlutschern, präzisen Cyber-Hacks und unerbittlicher Konsequenz sorgen die „Schutzengel“ weltweit für ausgleichende Gerechtigkeit – bis sie selbst ins Visier eines skrupellosen Syndikats geraten.

Buchtipp der Woche: Sibylle Knauss – Kassandra

Kassandra. Gedichte. Politisch. Poetisch. Kritisch. Die alten Mythen und der gegenwärtige Schlamassel – geht das zusammen? Und wie!

Es ist ein unglaubliches Tempo in dieser Dichtung, die einen bei der Lektüre in atemberaubender Weise mitreißt. Ich habe dergleichen noch nie erlebt und bin von diesem Effekt überrascht und beeindruckt. Es ist, als wären die vier Apokalyptischen Reiter vom ersten bis zum letzten Wort galoppierend unterwegs und wir mit ihnen. Einfach großartig! (Dr. Alf Hermann)

Buchtipp der Woche: Philipp Ruch – Der Rückfall

Ein Weckruf aus der Geschichte für die Gegenwart

14. September 1930 – ein Teil der Deutschen ist entsetzt, doch der andere jubelt: In nur zwei Jahren hat die NSDAP ihre Wahlergebnisse mehr als verachtfacht und ist jetzt zweitstärkste Partei im Parlament. Wie konnte das passieren? Alle bekannten Antworten bieten bislang keine wirkliche Erklärung.
Für einen neuerlichen Schock sorgt aktuell die AfD: Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg steht eine gesichert rechtsextreme Partei wieder davor, stärkste Kraft zu werden.
Bestsellerautor Philipp Ruch hat intensiv zum Aufstieg der NSDAP und zu Hitlers erstem Triumph geforscht und zeigt, wie dem Nationalsozialismus der Sprung von unwählbar zur Massenpartei gelingen konnte. Warum begeisterte die NSDAP plötzlich so viele Menschen? Welche Versprechungen waren derart unwiderstehlich? Und wie vermeiden wir, dass sich keine 100 Jahre später dieselben Falltüren in den Abgrund öffnen?

»Dieses Buch wird unser Bild von der Vergangenheit verändern. Und damit auch unseren Blick auf die Gegenwart.« – Prof. Thomas Weber, Historiker

»Philipp Ruch ist hier wirklich ein kleines Meisterstück gelungen. Seine Darstellung zeichnet sich durch breite Quellenkenntnisse und originelle Interpretationsansätze aus.« – Volker Ullrich

Buchtipp der Woche: Margarete von Schwarzkopf – Die gestohlenen Worte

Mord in einer Geistervilla und ein Geheimnis aus der Welt der Literatur – Kriminalroman

Ein Skelett in der Geistervilla – und ein Verbrechen, das in der Literatur seinen Ursprung hat

Die sogenannte Geistervilla nahe Bonn gibt seit über hundert Jahren Rätsel auf. Als bei Renovierungsarbeiten ein menschliches Skelett entdeckt wird, führt die Spur zu einem gefeierten Schriftsteller des 19. Jahrhunderts – und zu einem literarischen Erbe, für das bis heute Menschen töten. Gemeinsam mit der Polizei begibt sich Diakon Gregor Bauers auf Spurensuche zwischen vergessenen Manuskripten, alten Intrigen und neuen Verbrechen. Je tiefer er gräbt, desto deutlicher wird: Manche Geschichten sind nie zu Ende erzählt.

»Die gestohlenen Worte« verbindet kriminalistische Spannung mit historischem Hintergrund und literarischem Milieu. Ein atmosphärischer Krimi über ein Erbe, das bis heute nachwirkt – und einen Fall, der zeigt, wie tödlich gestohlene Ideen sein können.

Buchtipp der Woche: Andreas Izquierdo – Niemals geht man so ganz

Gestorben wird immer

Glücksburg an der Ostsee. In einer hellen Sommernacht stürzt sich Anna Schmidt vom Steg ins Meer – Trauerredner Mads Madsen kann sie nicht retten. Kurz darauf steht ihre neunjährige Tochter Tilly vor ihm. Ihre Mutter hat ihr eine letzte Botschaft hinterlassen. Nur weiß niemand, wie sie lautet. Mads verspricht, es herauszufinden, schließlich ist er der Mann der letzten Worte. Doch je tiefer er in Annas Vergangenheit eindringt, desto mehr Ungereimtheiten entdeckt er. Bald wird klar: Anna Schmidt ist einer gefährlichen Wahrheit zu nahe gekommen. Mads lässt Tilly nicht allein, und er begreift: Sie stecken beide in einem Spiel, dessen Regeln sie nicht kennen – und dessen Einsatz immer höher wird.
Hauptkommissarin Mills, die sonst vor keinem Konflikt zurückschreckt, kann ihm nicht helfen. Die Akte ist gesperrt, der Fall wird ihr entzogen. Unterstützt von seinem exzentrischen Vater und seinem besten Freund, einem passionierten Bestatter, sucht Mads weiter nach der Wahrheit und nach der Botschaft, die Anna ihrer Tochter hinterlassen hat. Denn sie ist der Schlüssel zu allem.

Band 1: Über die Toten nur Gutes
Band 2: Niemals geht man so ganz