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Buchtipp der Woche: Hallelujah & Schalom – Holger Jenrich & Lutz Debus

„Keep my music alive”, sagte Leonard Cohen einst auf einem seiner letzten Deutschlandkonzerte. Der Autor Holger Jenrich und der Musiker Lutz Debus leisten diesem Aufruf Folge. Die Cohen-Liebhaber entwickel­ten 2023 das ursprünglich nur zum einmaligen Auftritt geplante, abendfüllende Programm „Hallelujah & Schalom“. Die Resonanz war so überwältigend groß, dass sie mit diesem Programm nun seit Jahren durch Deutschland touren und Abend für Abend Kirchen, Synagogen, Buchhandlungen, Museen und Kulturzentren füllen. Die Musiker schaffen mit dem Publikum eine Verbundenheit, ein hoffnunggebendes Gemeinschaftsgefühl, das ganz in Cohens Sinne wäre. Jenrich und Debus interpretieren seine Klassiker auf ihre eigene Art. Die 13 Songs in dem Programm „Hallelujah & Schalom“ begleiten das Duo schon sehr lange, und so erfährt das Publikum auch viel Persönliches und Geschichten der Musiker um die legendären Songs. In diesem Band lassen sich diese Anekdoten, Erfahrungen und Gedanken nachlesen – und mit großer Sicherheit auch nachfühlen.

Buchtipp der Woche: Frank Goosen – Lovely Rita

Drei Schicksale, ein Tresen, hundert Geschichten

In Frank Goosens neuem Roman reisen wir durch die Lebensgeschichten von drei unkonventionellen Frauen und kehren dabei immer wieder an den Kneipentresen zurück, an dem sich die Schicksale kreuzen. Gewohnt urkomisch beschreibt der Autor ein langsam verschwindendes Biotop und erzählt voller Wärme eine große Geschichte. 

Die legendäre Kneipe Haus Himmelreich, eine der letzten ihrer Art im ganzen Ruhrgebiet, soll schließen – ein Jammer! Das nimmt der Erzähler zum Anlass, die finalen Stunden in der Kneipe zu verbringen: Bei seiner Recherche für einen Artikel begegnet er vielen skurrilen Stammgästen, die so einiges zu erzählen haben.

Aber der wahre Geist der Kneipe ist die Wirtin Rita Urbaniak, die den ganzen Abend über gar nicht persönlich auftaucht und doch gehörig von sich reden macht: Sie betreibt das Haus Himmelreich schon seit den 1970ern, auch wenn sie eigentlich mal was ganz anderes machen wollte. Außerdem hat sie die Tochter ihrer Schwester Chris, die sich irgendwann in die weite Welt verabschiedet hat, aufgezogen. Aber wo bleibt Rita überhaupt? Sie darf doch das Finale nicht verpassen!

Buchtipp der Woche: Annika Büsing – Wir kommen zurecht

Philipp hat gelernt, sich am Riemen zu reißen, den Mund zu halten und niemandem auf die Nerven zu gehen. Er ist fast achtzehn und steht kurz vor dem Abi. Sein Vater, ein erfolgreicher Chirurg, hat eine neue Freundin und »stemmt die Welt«, während seine Mutter nur noch ab und zu verschwommenen in seinen Gedanken auftaucht. Halt findet Philipp bei seinem besten Freund Lorenz, mit dem er fast alles teilt, bis auf seine unklaren Erinnerungen an einen Hund oder seine wilde Liebe zu Studentin Mascha. Als die Polizei anruft und wieder einmal nach Philipps Mutter sucht, muss er sich entscheiden, ob er weiterhin unsichtbar bleiben will oder endlich für sich selbst einsteht. Annika Büsing hat ein zartes, genau beobachtetes Buch über eine Familie geschrieben, die an der psychischen Erkrankung der Mutter fast zerbricht. Ganz nah kommt sie dem Denken, Fühlen und Leben ihrer Figuren. Wie durch ein Vergrößerungsglas blickt Wir kommen zurecht darauf, was Familie sein kann. Die, in die man hineingeboren wird und die, die man sich wählt.

Buchtipp der Woche: Günter Rückert – Blagen

Zwischen Halde und Köttelbecke

Wir – die Ruhrpott Blagen – prügelten uns um die Hinterkeule eines Karnickels, wir pöhlten mit allem, was rund war, gründeten ohne Instrumente eine Band, wurden Blutsbrüder am Stacheldraht. Ich wurde zum Helden der schwanzlosen Krähe und Primeln verdarben mir die Lust am Beten. Tante Luzzie konnte Katzen zeichnen, ich zeichnete lieber Pferde. Königsberger Klopse mit Kapern sind mir ein Graus, die Rote Beete sowieso.

Diese Geschichten aus meiner Kindheit zwischen Köttelbecke und Halde können die Welt nicht verbessern, lassen aber tief in die Stollen menschlichen Theaters in einer Zechensiedlung blicken.

Günter Rückert verbringt seine Endlichkeit in Dortmund, malt und zeichnet sich durch die Tragikomik des Alltags und arbeitet als Autor für zahlreiche Kabarett- und Kleinkunstprojekte.

„Rückert spottet, aber höhnt nicht. (Selbst)-Ironie und Humor bewahren vor Bitterkeit. Der Mensch ist weder schön noch gut. Darüber kann man weinen, lachen scheint der heilsamere Weg.“ (WAZ)

Buchtipp der Woche: Hartmut Hegeler – Rittersitz in Unna-Massen

Geschichte des adligen Rittergeschlechts von Romberg und Haus Massen

Das neu erschienene Buch von Hartmut Hegeler beleuchtet auf 298 Seiten die Geschichte von Haus Massen und der adeligen Familie von Romberg von den Anfängen bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. Erstmals liegt hiermit eine umfassende Gesamtdarstellung der Geschichte des Rittersitzes dieser evangelischen Adeligen und ihrer Familien vor. Diese wird eingebettet in die Zeitgeschichte der Stadt Unna und der Historie der Grafschaft Mark. Diese Aristokraten gehörten zu den wohlhabendsten Familien in Westfalen, verkehrten mit den einflussreichen Personen ihrer Zeit und vermehrten durch geschickte Heiratspolitik Einfluss und Besitz. Doch sie waren auch von den Schattenseiten des Schicksals betroffen, von Krieg, Bankrott, Wahnsinn und Mord.

Viele Grabsteine in der Stadtkirche zeugen von ihrem Einsatz. Als der Kirchturm des evangelischen Gotteshauses in Unna am 4. Juni 1559 während des Nachmittagsgottesdienstes durch einen Blitzschlag entzündet wurde, ließ ihn die Freifrau Grude von Haus, Witwe von Bernd von Romberg, auf ihre Kosten wieder aufbauen. Seit der Zeit besaß die Familie von Romberg ein besonderes Läuterecht in der Kirche zu Unna. Zwei Kirchenbänke mit je vier Sitzen gehörten dem Rittergut Massen und standen noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der Stadtkirche.

Die Geschichte des Hauses Massen reicht weit über lokale Heimatgeschichte hinaus. Der berühmte Pfarrer Philipp Nicolai beschrieb in einem bis dato unbekannten Brief vom 14. April 1586 in bewegenden Worten die Rettung der Evangelischen in der Schlacht von Schwelm durch den „Romberger“ von Haus Massen.

Eingebettet in die Zeitgeschichte der Stadt Unna zeigt das Buch Urkunden, Akten und erschütternde Quellen, die neues Licht auf das Schicksal von dem Rittersitz Haus Massen werfen. Die Historie der Adelsfamilie wird angereichert durch umfangreiches Bildmaterial (u.a. Abbildungen, Wappen, historische Karten) sowie genealogische Quellen. Ein Index mit 4430 Einträgen erschließt die Namen von Personen und Orten.

Hartmut Hegeler, Pfr.i.R., hat zahlreiche historische Arbeiten zur Geschichte der Frühen Neuzeit und zur Lokalgeschichte veröffentlicht.

Buchtipp der Woche: Björn Volland – Drusilla. Schwanger durchs Barbaricum

Der erste Comic im Ventura Verlag!

Unsere Geschichte spielt im Jahre 11 vor Christus. Der Römische Feldherr Nero Claudius Drusus befindet sich auf einem Feldzug durch Germanien. Hierbei lässt er auch ein strategisch günstig gelegenes Lager am Südtor in Bergkamen-Oberaden errichten. Unterstützt wird er dabei von seinem treuen Tribun Gaius Iunius Mellius.

Während dieser an der Seite seines Herrn und dessen Legionen steht, schmeißt seine Frau Drusilla die Bauten und Vorgänge im Lager. Ganz schön viel Verantwortung, die sie da trägt. Wenn da nur nicht diese ständige Morgenübelkeit wäre …

Zum Glück kann sich Drusilla auf ihre Sklavin und Freundin Gama verlassen. Sie ist klug, fleißig und hat ein Herz aus Gold. Der Adjutant von Gaius, kurz Drusus genannt, behauptet sogar, Gama sei die schönste Frau im ganzen Römischen Imperium!

Björn Volland zeichnet in diesem Band ein authentisches Bild vom Leben im Römerlager Bergkamen-Oberaden zur Zeit der Eroberung Germaniens. Dabei beleuchtet er vor allem die Rolle der starken Frauen hinter den römischen Feldherren. Ohne die ginge nämlich gar nichts im Römischen Reich voran!

Buchtipp der Woche: Christian Jaschinski – STARCK und die zweite Frau

„Rasante Schnitte. Knackige Dialoge. Kopfkino pur!“ Klaus-Peter Wolf 

WEM KANNST DU NOCH VERTRAUEN, WENN DEIN GEGNER ÜBERMÄCHTIG IST? 

Ein Mafia-Boss mit einem perfiden Plan. Korruption bis in höchste Kreise. Eine Diebin, ein Journalist und ein Ex-Staatsanwalt auf verlorenem Posten.

Alle wussten, dass der alte Mann existierte. Niemand wusste, wer er wirklich war. Und ihr hatte er sein Gesicht gezeigt. Das – so wurde ihr klar – war das Todesurteil.

Ex-Staatsanwalt Andreas Starck versucht noch immer, seine Unschuld zu beweisen, nachdem er vor fünf Jahren einem Komplott zum Opfer fiel und ins Gefängnis musste. Mithilfe des Investigativ-Journalisten Tom Finder, der schon seit längerer Zeit versucht die versteckten Konten der Reichen und Mächtigen aufzudecken, erkennt er die Verbindungen bis in die höchsten Stellen der Justiz. 

Um seinen Namen reinzuwaschen, muss Starck die wahre Identität Onkel Pablos aufdecken, einem der mächtigsten Mafiabosse Europas. Dessen Einfluss ist jedoch viel weitreichender, als Starck sich je hätte vorstellen können. Hilfe erhält er unverhofft von der Diebin Vanessa Conrad. Doch kann er ihr wirklich vertrauen? 

Als sie in Pablos Fänge geraten, müssen sie sich unter Lebensgefahr ihrer Vergangenheit und ihren verdrängten Traumata stellen. Kann Starck sich rehabilitieren und seiner Tochter einen Schritt näherkommen? 

Korruption, kriminelle Vereinigungen und alte Familiengeheimnisse. Eine spannende Jagd durch Europa! 

Das packende zweite Buch der neuen Thriller-Reihe „STARCK – Staatsanwalt im Schatten“.

Buchtipp der Woche: Mechtild Borrmann – Lebensbande

»Zutiefst menschlich, ohne Pathos und spannend wie ein Krimi. Absolut empfehlenswert.« DIE ZEIT

Zeitgeschichte trifft auf die verwobenen Schicksalsfäden dreier Frauen:

Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt Bestseller-Autorin Mechtild Borrmann in ihrem großen zeitgeschichtlichen Roman »Lebensbande« die Lebensgeschichten dreier Frauen, deren Schicksale sich  zwischen dem 2. Weltkrieg und dem Fall der Berliner Mauer kreuzen.

Vom Zweiten Weltkrieg bis zum Mauerfall verbinden die Fäden des Schicksals Lene, Nora und Lieselotte: Obwohl sie sich in einer Zeit der Angst und des Terrors als Fremde begegnen, werden sie zu Freundinnen, die einander Halt geben und große Risiken auf sich nehmen. Krankenschwester Nora tut alles, um Lene zu helfen, das Leben ihres kleinen Sohnes Leo zu retten. Denn wegen eines leichten Handicaps gilt Leo als »Reichsausschusskind«. 1942 lernt Nora Lieselotte in Danzig kennen. Drei Jahre später werden die Frauen in einen Gulag der Sowjetunion verschleppt – als Teil der 900.000 Arbeitskräfte, die Stalin unter anderem im Rahmen der Reparationszahlungen zugesichert worden waren. Als Adenauer 1949 beginnt, diese Deutschen zurückzukaufen, gibt Lieselotte alles auf, was sie noch hat, um Nora die Rückkehr in die Heimat zu ermöglichen. Viele Jahre später, kurz nach dem Mauerfall, erhält diese einen verstörenden Brief, der sie schlagartig in die Vergangenheit zurückkatapultiert …

Zeitgeschichte, inspiriert von wahren Ereignissen und Schicksalen und so spannend erzählt wie ein Kriminalroman

Mechtild Borrmann versteht es meisterlich, zutiefst menschliche Geschichten ohne Pathos zu erzählen. Auch in »Lebensbande« lässt die Bestseller-Autorin auf zwei Zeitebenen große Spannung entstehen. Erschütternd und trotzdem voller Hoffnung zeigt sie, wie eng große Tragik und zartes Glück beieinander liegen können.

Entdecken Sie auch Mechtild Borrmanns andere zeitgeschichtliche Spannungsromane:

  • Der Geiger (Russland nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und Deutschland 2008)
  • Die andere Hälfte der Hoffnung (Tschernobyl 1986 bis 2010 und Deutschland 2010)
  • Trümmerkind (Hamburg nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1992)
  • Grenzgänger (Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1970)
  • Feldpost (Kassel, ab 1935, während des 2. Weltkriegs und 2000) 

Rezension

»Haltung ist ein zentraler Begriff in „Lebensbande“. Der Roman ist, wie zahlreiche Vorgänger, eine packende Geschichtsstunde. Einfühlsam, ohne dabei kitschig-klischeehaft abzudriften und vor allem spannender als mancher Thriller.« („booknerds.de“)
»Der Roman ist ein spannendes Zeitgemälde, die Erzählung über drei Frauen, die ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen, eine besondere Liebesgeschichte über Grenzen hinweg, eine Beschreibung der Lebensumstände, des politischen Drucks bis in die Familien hinein.« („Neue Westfälische“)

Buchtipp der Woche: Friedrich Ani – Schlupfwinkel

Ein kleines Dorf in Bayern, Ende der 1950er Jahre: Ein Kind kommt zur Welt aus einer Verbindung, die hier niemand für möglich gehalten hätte. Die Mutter ist Schlesierin und gehört zu den „Heimatvertriebenen“, die sich ein Jahrzehnt zuvor im Ort niedergelassen haben. Der Vater ist ein Medizinstudent aus Syrien, der ins Dorf kommt, um am Goethe-Institut Deutsch zu lernen. Zum Zeitpunkt des Kennenlernens hatten sie keine gemeinsame Sprache, und ihr gegenseitiges Sprechen blieb ein Leben lang brüchig. So wächst das Kind in einer Atmosphäre des Schweigens auf, sucht nach einem Schlupfwinkel für die eigene Existenz und findet ihn in der Literatur.

Schlupfwinkel beschreibt den Werdegang eines Autors, der zwar zu einer eigenen Sprache findet und damit Erfolge feiert, doch im Leben ein Verlorener bleibt. Es ist gleichzeitig ein Versuch, die Geschichte der Eltern aus der Distanz heraus zu verstehen und den Momenten nachzuspüren, wo sie vielleicht eine Chance gehabt hätten, eine ausgeglichene Familie zu werden. Und schließlich ist es eine Geschichte von Flucht und möglichem Ankommen, die sich in den „Wirtschaftswunderjahren“ abgespielt hat, aber bis heute nachhallt.

Buchtipp der Woche: Mascha Kaléko – Feine Pflänzchen

Beschreibung

Nach 40 Jahren wieder als Einzelband lieferbar

Mascha Kalékos Verse sind bekannt für ihren Wortwitz und ihren Charme. In ›Feine Pflänzchen‹, bisher als Einzelband nur einmal 1976 in einer limitierten handgesetzten Ausgabe erschienen, besingt sie in gewohnter Manier und mit kreativen Wortschöpfungen allerlei Gewächse, nicht nur botanische.

Geschenkbuch mit Illustrationen der Künstlerin Eva Schöffmann-Davidov.

Rezension

Kaléko-Liebhaber haben mit ›Feine Pflänzchen‹ nicht nur ein weiteres Werk der großartigen Literatin in der Hand – es ist auch noch ein besonders sanftes, anschmiegsames, zugängliches, handliches Buch. („sandammeer.at“)
Voll Wortwitz und Charme sind die Verse von Mascha Kaléko, die zu den bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts zählt. („Granatapfel – Magazin der Barmherzigen Brüder, April 2017“)