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Ingeborg-Bachmann-Preis 2026 für Lena Schätte aus Lüdenscheid

Ingeborg-Bachmann-Preis 2026 für Lena Schätte.

»Motte« wird die Ich-Erzählerin von ihrem Vater genannt. Der Vater ist Arbeiter, Spieler, Trinker. Eigentlich hat Motte sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann, beim Spielen alle Verstecke kennt und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen, der von der Werkshalle ins Büro versetzt wird, damit er sich nicht volltrunken die Hand absägt. Und das mit dem Alkohol, sagt die Mutter, war eigentlich bei allen Männern in der Familie so.

Auch Motte trinkt längst mehr, als ihr gut tut. Schon als Kind hat sie beim Schützenfest Kellnerin gespielt und die Reste getrunken, bis ihr warm wurde. Jetzt, als junge Frau, schläft sie manchmal im Hausflur, weil sie mit dem Schlüssel nicht mehr das Schloss trifft. Ihr Freund stützt sie, aber der kann meistens selbst nicht mehr richtig stehen. Nur ihr Bruder, der Erzieher geworden ist, schaut jeden Tag nach ihr. Als bei ihrem Vater Krebs im Endstadium diagnostiziert wird, sucht Motte nach einem Weg, sich zu verabschieden – vom Vater und vom Alkohol.

»Das Schwarz an den Händen meines Vaters« von Lena Schätte ist ein bewegender Roman über das Aufwachsen in einer Familie, die in den sogenannten einfachen Verhältnissen lebt und die zugleich, wenn es darauf ankommt, zusammenhält. Es ist ein harter, zarter Roman über die Liebe zu einem schwierigen Vater und den Weg ins Leben. 

»Die Wucht des sich behutsam entfaltenden Textes trifft unmittelbar.« Aus der Begründung zur Verleihung des W.-G.-Sebald-Preises

Rezension

[…] ein Dorfroman, ein Familienroman, ein Suchtroman. […] voller Empathie und Liebe, der uns zeigt, es ist eben nicht jedes Leben golden. […] Ein ganz, ganz großartiges Buch. („WDR 4 Buchtipp“)
[…] hart, direkt und doch zugleich zärtlich. […] eine besondere erzählerische Kraft („Börsenblatt“)
[…] Schätte gelingt Eindrückliches: Ihr Buch ist einfühlsam und präzise, tieftraurig und doch nie pathetisch. Ein Roman, der nahegeht, ohne kitschig zu werden. („Junge Welt“)
[…] hat mich sehr beeindruckt, dieses Buch. („SRF Literaturclub“)
So alkoholisiert und perspektivlos auch durch die Gegend gewankt wird, so nüchtern geschrieben und herausragend beobachtet ist dieser tolle Text. („Kulturnews“)
Man merkt, dass hier eine Schriftstellerin am Werk ist, die ihr Handwerk von Grund auf gelernt hat. („Altenaer Kreisblatt“)
[…] echte Literatur, prall gefüllt mit Leben […]. Ein Sog entsteht, die Geschicht von Motte […] ist so zwingend, so eindringlich, so wahrhaftig („Altenaer Kreisblatt“)
Unter der lässigen, lakonischen Sprache brodelt es. Manche Sätze treffen wie aus dem Nichts. („Der Standard“)
Ein Buch, das in diesem Frühjahr eigentlich in aller Munde hätte sein können. Lest es jetzt im Sommer, ihr werdet es nicht bereuen! („Podcast rababumm“)
[…] eine bewegende Auseinandersetzung mit dem Trinken, Selbstakzeptanz, Fürsorge und Abschied. („Missy Magazine“)